Aus dem Donnersberg-Jahrbuch 2005
Autor Rolf Wuttke

"Gestatten...Theaterkreis Münchweiler"
Laienspielgruppe setzt "alte Tradition" fort.

"Gestatten... Theaterkreis Münchweiler" - so heißt es immer am ersten Novemberwochenende, wenn die Laienspieler zu ihren Aufführungen ins Bürgerhaus einladen.

Mit ihren Theateraufführungen setzt der Theaterkreis die alte Tradition fort, die mit dem Millowitsch-Schwank "Der Meisterboxer" im Jahre 1964 zunächste endete. Beim örtlichen Gesangverein war bis dahin das Theaterspielen "angesiedelt".

Im Frühjahr 1991 wurde auf Initiative des damaligen Ortsbürgermeisters Rainer Lunk der Theaterkreis Münchweiler gegründet. Viele, die am Theaterspiel Interesse zeigten, fanden sich zusammen, um das Theaterspiel in Münchweiler wieder aufleben zu lassen. Ab Sommer 1991 liefen dann die Vorbereitungen zur ersten Vorstellung. Fast alle Mitwirkenden betraten damit Neuland. Immerhin waren noch drei Akteure aus der Theatergruppe des GV aus den Jahren 1963/1964 mit von der Partie: Klaus Schneller, Rolf Wuttke und Gerhard Schöneberger.

Spontan bildeten sich zwei Arbeitsgruppen: die Gruppe für den Bühnenaufbau, die mit viel handwerklichem Geschick und Eifer Kulissen anfertigen und die Technik installierten um die Bürgerhausbühne in eine Theaterbühne zu verwandeln. Der Theater- Arbeitskreis kümmerte sich um Auswahl, Besetzung und Gestaltung der Aufführungen.

So konnte dann Mitte März 1992 die Premiere für das erste Theaterstück des neugegründeten Theaterkreises stattfinden. Aufgeführt wurde die Komödie "Kurzschlüsse". " Volles Haus beim Theaterkreis Münchweiler- gelungene Aufführungen und gute Leistungen", so die Überschriften in der Presse. Das Publikum bestätigte, dass die Idee, in Münchweiler wieder Theater zu spielen, richtig war. Und das war Motivation für die Akteure, die alsbald mit der Auswahl und dem einstudieren des nächsten Stücks begannen, das dann im November noch aufgführt wurde. Als festen Termin für die kommenden Aufführungen wurde dann auch dieser Novembertermin beibehalten. Gespielt wird an drei Tagen: Freitag, Samstag jeweils um 20.00 Uhr sowie Sonntag, 17.00 Uhr.

"Gelungene Aufführungen- gute Leistungen" des Münchweilerer Theaterkreises hatten sich bald rumgesprochen und längst weist manche Vorstellung einen hohen, wenn nicht sogar überwiegenden Anteil von Besuchern aus allen"Ecken und Enden" der Kurpfalz auf. Gastauftritte, wie in Winnweiler oder zuletzt in Weitersweiler blieben nicht aus. Die Laienspielgruppe versteht es durchAuswahl ihrere stücke, durch entsprechende Interpretation, mit Witz und Spritzigkeit, ob in Mundart oder "höjerem Teutsch"(wir können auch fein sprechen), das Publikum zu begeistern. Professionalität bewies die Gruppe zum Beispiel mit der vor allem durch das Fernsehen bekannten Boulevard- Krimi- Komödie "Keine Leiche ohne Lilly", eine Herausforderung an die Akteure: u.a. stand die Hauptdarstellerin, Margarethe Heinisch, fast drei Stunden ununterbrochen auf der Bühne. Überhaupt avancierten Kriminal- Komödien zu den Lieblingsstücken der Gruppe, denn sie beinhalten meistens die Komponenten, die das Publikum in ihen Bann ziehen: Spannung, Verwicklungen, Turbulenzen, Witz. Nicht ganz einfach für die Verantwortlichen, etwas niveauvolle, spritzige Lustspiele ausfindig zu machen, die dann auch entsprechend durch die Darsteller besetzt werden können.

Kein Wunder, dass zum 10- jährigen Bestehen des Theaterkreises 2001 eine Krimikomödie ausgewählt wurde: Für die englische Kriminalkomödie "Kille, Kille" von Derek Benfield war man zum "Sommertheater" in Juni in die große Scheune der Klostermühle umgezogen, wo zur Premiere sogar ein "Mords- Menü" angeboten wurde, das sich rund 120 Gäste "mörderich gut" munden ließen. Eine Herausforderung wurde die Komödie für Regie, Bühnengestalter und Darsteller, denn die Akteure tummelten sich ständig zwischen "living- room" und gepflegtem, englischem Garten (vom Platz her nicht machbar auf der Theaterbühne im Bürgerhaus). Mit typisch britischem schwarzem Humor gelang es dem agierenden Team das Publikum über zwei Stunden zu fesseln. Das besondere "Ambiente" in der Klostermühlenscheune trug ebenso zu einer gelungenen Geburtstagsfeier des Theaterkreises bei. Einen ganz anderen, nicht minder interessanten und anspruchsvollen Rahmen bot die Freilichtbühne Burg Falkenstein, auf der man eine Woche später mit "Kille, Kille"einen weiteren Erfolg im Jubiläumsjahr verbuchen konnte. Gerademal 6 bis 7 Wochen hatten die Akteure Zeit, da stand schon die erste Probe für die Theateraufführung im November wieder an. So wurde das Jubiläumsjahr auch ein bisschen zum Stressjahr. Dennoch eine erfolgreiche, unvergessene Saison und die unterschwellige Frage: Ist das wiederholbar 2006 zum 15. Geburtstag?

Die Laienspielgruppe, die zwischen 9 bis 13 Darstellern pendelt und in der noch 6 Mitspieler aus der ursprünglichen" Formation" aus dem Jahr 1992 spielen, wird inzwischen sogar durch Akteure aus Kaiserslautern und Winnweiler verstärkt.

Ein jährlicher work- shop mit Profis vom Pfalztheater Kaiserslautern sowie Theaterbesuche und Kontakte zu anderen Laienspielgruppen, z.b. in Elsass- Lothringen, sorgen auch für die "nötige Weiterentwicklung" in der Gruppe. dazu gehört auch die Tatsache, dass man seit 1.7.2003 Mitglied im Landesverband der Amateurtheater ist.

Das Publikum in ansprechenden Ambiente kurzweilig niveauvoll zu unterhalten, zum lachen bringen, dazu zu bewegen zwei bis drei Stunden den Alltag außen vorzulassen, das ist das Bestreben von Regie, Akteuren, Bühnengestaltern und anderen fleißigen Mitarbeitern des Theaterkreises Münchweiler. Und dieses Ziel hat die Laienspielgruppe in den 14 Jahren mit ihren 15 ausgesuchten Theaterstücken immer wieder erreicht.

Die nächste Theatersaison wirft bereits ihre Schatten voraus: Das neue Theaterstück ist ausgewählt, die Rollen entsprechend besetzt. Jeder Darsteller hat nun die Gelegenheit, im Sommerurlaub seinen Part sich zu verinnerlichen, während Regie, Bühnenbilder und Requisiteure sich bereits Gedanken machen über die Gestaltung des Bühnenbildes und den Ablauf, denn in der vorletzten Augustwoche beginnen die proben. Da soll der erste Akt schon ein bisschen "verankert" sein. So richtig Theater kann eigentlich erst dann  gespielt werden, wenn das Rollenbuch nicht mehtr zu sehr bemüht werden muß. Da das Bürgerhaus die ganze Woche über durch andere Gruppen mitgenutzt wird, kann erst am Wochenende vor den Aufführungen die Theaterbühne aufgebaut und in den neuen Kulissen geprobt werden. Doch dann weiß auch der Letzte. "...jetzt wird es ernst!" und man fiebert der Premiere entgegen. Und dieses Lampenfieber behällt nicht nur die Akteure auf der Bühne sondern auch alle anderen Mitstreiter, die nicht unbedingt im "unerbittlichen Licht der Bühnenbeleuchtung" stehen und erreicht seinen höchsten Grad am ersten Novemberwochenende, wenn es dann wieder heißt: "Gestatten... Theaterkreis Münchweiler".

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